Lanzarote – Vorbereitung am Feuerberg 1.11 bis 18.11.2015

 

Wir sind in der Marina Lanzarote angekommen! Die Überfahrt: jetzt, da wir das schreiben, ist sie schon fast vergessen. Viel Motoren, hohe Wellen, dann viel Wind, immer noch hohe Wellen. Gute Fischfänge. Über das Wohlbefinden schweigen wir diesmal an dieser Stelle. Denn: über den Atlantik wird es garantiert besser. Elias hat die Überfahrt beschrieben. Siehe auf seiner Untersite hier. Zurück zur wunderschönen Marina Lanzarote: uns ist bald sehr wohl hier mit allen andern Teilnehmern der Atlantic Odyssey - darunter vielen Familien.

 

Wir erleben erstmals dauerhaft Sommer! Während daheim der Winter kommt. Die Kinder streunen mit ca. 30 anderen Kindern durch die Marina, gehen Baden im Pool vom Yacht Club, besuchen immer wieder das D6 Kino, die Attraktion der Hafenpromenade, bewegen sich viel. Englisch – Deutsch – Französisch – alle Sprachen mischen sich bunt durcheinander. Jetzt ist Vorbereitungszeit. Vorbereitung auf die „Atlantic Odyssey“ - die 3000 sm oder knapp 5500 km über den Atlantik. In der Woche vor der Abreise finden Vorträge und soziale Events statt und man kann sich mit allen Anliegen an das Team der „Atlantic Odyssey“ wenden. Die rund 40 Schiffe sind im Vorbereitungsfieber, so wie wir. Heute habe ich 250 Liter Wasser im Lidl eingekauft. Zuvor gab es Probe, welches Wasser der Familie am besten schmeckt. Zwei riesige Einkaufswagen voll mit Wasser und 4 Einkaufswagen voll mit Proviant sind inzwischen auf dem Schiff verstaut. Mit unserem Mietwagen ist das Einkaufen richtig leicht! Kurz vor Abreise kommt dann noch das Frische hinzu; Gemüse und Obst. Auch ein luftgetrocknetes Schweinsbein, also ein ganzer Trockenschinken steht noch auf unserer Einkaufsliste! Langsam steigt die Aufregung – haben wir an alles gedacht? Wie wird das mit den Passatsegeln klappen? Und wie wird das Wetter sein? Wir tauschen uns mit den anderen Crews aus, helfen uns. Es entsteht ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Wir alle Teilnehmer sind an 2 Stegen untergebracht. Sehen uns ständig, leben fast miteinander. Die Kinder sehen, dass nicht nur ihre Eltern so verrückt sind, nein es gibt noch andere Familien und die sind sogar sehr nett. Neben uns liegt z.B. eine deutsche Familie mit drei Kindern im Alter unserer Kinder. Gestern waren wir spontan miteinander essen. Heute waren die Jüngsten mit uns auf einem Inselausflug und Toja schläft heute Nacht bei ihnen und ihr Sohn Felix schläft bei uns! So einfach geht das hier! Auf Reise ist dann jeder wieder alleine. Aber der Start ist gemeinsam und auf Martinique werden wir uns wieder sehen und feiern.

 

Jimmy Cornell ist der Veranstalter. Weltberühmter Blauwasser- und Expeditionssegler, Bücherautor, wohl der erste Segler, der so etwas wie evidence based sailing entwickelt. Er ist über 70 Jahre alt und hat 200 000 sm gesegelt. Er ist toll. Ein liebevoller, weiser, weltoffener und sehr charmanter Mensch – mit einer unglaublichen Lebensgeschichte. Er geniesst es, die Segler und besonders auch die Kinder um sich zu haben. Und er macht Mut, stiftet Gelassenheit, schenkt allen Bewunderung, egal wie erfahren sie sind - statt beckmesserische pedantische angsteinflössende Besserwisserei von sich zu geben, wie es teilweise andere grosse Segler tun. Gabriel hat sich schon ganz dick mit Jimmy angefreundet und ihm eine Eisbär-Zeichnung gemacht – Jimmy`s Lieblingstier.

 

 

Wir haben ein Auto gemietet und ich will noch mehr von der Insel sehen. Und die Familie soll mit! In die Kulturlandschaft eintauchen. Die Vulkanlandschaft wirkt teilweise total unwirklich, wie auf dem Mond. Kein Gräslein wächst. Riesensteinbrocken so weit das Auge reicht. Dutzende Vulkane, schwarzes Lavagestein – lebensfremd, total faszinierend. Und mitten in dieser Landschaft findet man Design, Kunst und Gestaltung. Bewusste Gestaltung von Künstlerhand findet man an vielzähligen Orten dieser Insel. V.a. César Manrique, ein begnadeter Künstler, hat neben anderen Künstlern bis zu seinem Tod 1992 die Insel massgeblich geprägt durch Kunstwerke und gestaltete Naturräume. Und durch eine nachhaltige Tourimsus- und Nutzungspolitik. Hut ab vor den Bewohnern und Politikern, die sich davon überzeugen liessen und solchen Kunst- und Naturschutzsinn zeigten und zeigen. Ein Kaktusgarten, ein See in einer Gesteinshöhle, ein Höhlentunnel – besondere Landschaftsmerkmale werden so gestaltet, dass sie zu einem beseelten Ort werden, der zum Verweilen einlädt. Jedes Strassenrondell ist eine Augenweide. Die Natur und die Kunstform ergänzen sich und wachsen zu einem perfekten Gesamtkunstwerk zusammen. Sehr menschenfreundlich, kleine Restaurants, richtig hübsche und qualitativ hochwertige Souvenirläden, liebevoll gestaltete Toiletten mit markanten Bildern, Sitzgruppen, Tische aus Holz, selbst schön gestaltete Mülleimer aus Eisen, Skulpturen und viele Bilder. Selbst die Security-Wärter kennen den Künstler und wissen von seiner Geschichte. Alle gemachten Elemente spielen mit dem Vulkanstein, setzen einen Kontrast, bringen ihn richtig zur Geltung. Wir könnten uns tagelang an diesen Orten aufhalten – schön wie im Traum. Marc-Anton ist immer froh, wenn ich ihn rausreisse aus den Schiffsinnereien. Der Künstler hat sich auch in die Baupolitik der Insel ordentlich eingemischt. Kein Haus darf mehr als 2 Stockwerke haben. Bisher habe ich auf der Insel erst 2 verschandelnde Riesenhotels gesehen. Die müssen wohl nach seiner Zeit entstanden sein.

Neben dem Schwarz gibt es auch Weiss – weiss wie Schnee sind die Salz-Hügel in den Salinen. Hier findet noch heute EU-geförderte Salzgewinnung aus dem Meerwasser statt. Allerdings ist es nicht mehr sehr lukrativ und wird eher aus kulturhandwerklichen Gründen aufrecht erhalten – eben durch EU- Subventionen. Toll ist es durch die Salzfelder zu laufen, Das Salz ist stellenweise hart wie Eis und man sieht die Kristalle wenn man von Nahe schaut. Fotoshooting mit einer Inselschönheit in Weiss fand statt als wir dort waren. Toja ist sehr beeindruckt. Etwas Salz haben wir dann mitgenommen in Tojas Hut, es schmeckt so gut!

 

Jetzt sind wir fest entschlossen die nächsten Wochen auf See zu geniessen. Die ersten Tage werden wir, mit neuen Medikamenten, die uns Freunde aus Deutschland mitgebracht haben (Scopoderm) der Seekrankheit trotzen. Danach sollten wir dann seefest sein – Seebeine haben, wie man sagt. Und dann kommen die grossen Fische, die schönen Sonnenuntergänge und die lange Zeit im schaukelnden Schoss des Meeres. Wir hoffen, ja sind hoffnungsfroh sicher, dass die kommenden 2 bis 4 Wochen auf dem Atlantik eines unserer ganz grossen Erlebnisse in unserem Familienleben werden.


 

Tracking (=Verfolgen unserer Fahrt über den Atlantik):

 

Ja, das könnt Ihr auch bei diesem Riesentrip:

 

Und zwar auf der Website des Veranstalters. Auf der website www.http://cornellsailing.com gibt es im linken Bereich unter dem Bild mit dem Titel „Odyssey Rallies“ den Punkt „Atlantic Odyssey". Da wird ab 18.11.15 zusätzlich rechts daneben ein Link stehen namens „*Track the Boats“. Über diesen Link „*Track the Boats“ könnt Ihr uns verfolgen, da wir täglich über einen Satellitentracker unsere Position an den Veranstalter übermitteln. Falls Ihr damit nicht klar kommt, schickt bitte NICHT emails an uns mit Fragen, wie Ihr uns verfolgen könnt, sondern an den Veranstalter (info@cornellsailing.com). das kann in englisch, deutsch oder französisch oder spanisch sein ;-))