Wanderung im Paradies

 

Francis wartete schon am Dinghydock auf uns. Er ist heute unser Führer. Er ist ein schwarzer um die vierzig. Er begrüsst uns mit seiner krächzigen Stimme: "Hello my friends, lets go!". Der kleine Taxibus wartete schon am Strassenrand auf uns. Er fuhr aus der Stadt in den Wald bis in das Herzen der Insel. Er hielt an und wir stiegen aus. Schon bald, nach kurzem Marsch, rupfte Francis einen Büschel Gras aus der Erde und reichte ihn uns. Das Gras roch stark nach Zitrone, es machte ganz zufrieden und roch himmlisch, ich steckte mir gleich ein Büschel ein.

 

Links und rechts ragten hohe Bäume herauf und verdeckten die Sonne. Francis ging voraus über Stock und Stein durch den kühlen Dschungel. Er nahm eine Kokosnuss auf und öffnete sie. Trank und reichte sie uns weiter. Sie schmeckte frisch und nahrhaft.

Felix ein guter freund von mir und Gabriel, schwang an einer Liane hin und her. Das sah richtig lustig aus. Gabriel und ich hangelten uns auch an einer Liane herauf und schwangen fast fünf Meter nach links und rechts. Das machte richtig Spass. Sonne brach wieder herunter. Wir liefen über einen Feldweg einen Hügel hinauf. Hinter dem Hügel lag ein Obstgarten. Dort gab es Ananas, unreife Kiwis, Mangos und andere leckere Früchte. Doch Francis schnappte sich nur vier reife Orangen von einem Baum" für später", sagte er auf Englisch und drückte sie uns in die Hände. Wir wanderten weiter zu einem Haus vor dem mehrere stangenartige Pflanzen standen "suger cane" sagte Francis und gab mir eine geschälte Zuckerrohrstange. Ich kaute sie, sie schmeckte wie Zuckersaft.

 

Nun wanderten wir einen sehr steilen Berg hinauf. Es schien endlos immer weiter in die Höhe über viele Wurzeln und Steine zu gehen. Endlich kamen wir oben an und setzten uns auf die Bank, die zu unserem Glück dort Stand. Weiter ging es durch einen Wald und wieder heraus. An einem Baumstumpf angelehnt war dort ein Kuhschädel. Francis nahm ihn auf und hielt ihn Gabriel, unserem Tierspezialisten, vor die Nase. Gabriel staunte. Der Schädel sah alt aber noch gut erhalten aus.

 

Francis entdeckte bald darauf Grapefruits auf einem hohen Baum und ehe wir uns versahen, sass er schon auf dem Baum und warf uns drei schöne Früchte herunter. Wir steckten sie ein und gingen weiter. Doch kaum waren wir einige Meter gegangen, da sprangen uns zwei kleine, süsse Baby-Hündchen entgegen. Sie waren kaum so gross wie eine Hand, schwarz und braun. Sie bellten und sprangen uns auf den Schoss. Wir streichelten sie. Sie gehörten zu einem Haus am Wegrand. Doch nun hatten wir ein Problem: Die Hündchen folgten uns als wir weiter wollten. Francis musste sie mit Gewalt verscheuchen und, obwohl sie jaulten, wussten wir, dass es das richtige war.

 

Nun ging der Weg steil und holprig nach untern weiter. Ich hatte Hunger und Durst und die Anderen auch. Also machten wir Rast und schälten die Grapefruits. Sie schmeckten absolut köstlich, frisch. Und trotz des bitteren Geschmacks, liebten wir sie alle. Wir wanderten nun auf geteertem Weg und kamen an vielen Ziegen vorbei, die ihre Babys beschützten als wir passierten. Francis kam einmal wieder aus einem Gebüsch hervor mit zwei Kakaobohnen in der Hand, die er am Boden für uns entzwei brach. Nuss grosse Kerne kamen zum Vorschein, weiss und etwas glitschig. Wir lutschten sie ab. Sie schmeckten süss, sauer, kakaoig. Francis blieb schon wieder vor einem Baum am Abhang stehen. Es sprang auf einen Ast, an dem eine gelbe Frucht hing. Er packte sie und warf sie uns zu. Gabriel fing sie, es war eine Guajave. Er öffnete sie und reicht uns ein Stück. Süsslich, mild, faserig und frisch war der Geschmack der Frucht.

 

Jetzt waren wir voll und satt von den vielen Früchten und Eindrücken dieser Wanderung im Paradies.