Kreolische Ostern

 

Ich öffnete die Augen und setzte mich in meinem Bett auf. Ich musste kurz nachdenken bis es mir einfiel: Heute ist Ostern! Mit einem Schlag bin ich hellwach. Ich ziehe mir schnell meine neue ozeanblaue Pluderhose und ein weisses T-Shirt über, dann gehe ich in die Küche, wo Mama schon steht und Kaffee kocht. Ich mache schnell drei kalte Kakaos und wecke Elias und Gabriel auf. Später gehe ich in mein Zimmer und hole fünf kleine Körbchen aus meinem Versteck hervor. Ich und Mama haben sie gestern mit kleinen Fischfiguren, die ich jetzt in die Körbchen lege, gekauft. Ich lege noch zwei von mir und Gabriel bemalte Ostereier hinein. Leider haben wir auf der ganzen Insel keine Schokoladeneichen gefunden, deswegen haben wir selber kleine Schokopralinen gemacht. Ein paar dieser Pralinen lege ich jetzt in die Körbchen. Ich drapiere alles schön und rufe Mama, damit sie den kreolischen Osterhasen spielt:)

 

Nach dem lustigen Suchen der Körbchen, essen wir Frühstück und alle freuen sich an den bunt bemalten Eiern. Nachmittags gehen wir wandern. Wir laufen eine Viertelstunde aus der Stadt hinaus. Dann kommen wir in den Wald, hier ist es gleich viel schöner, nur unter unseren Füssen ist immer noch Teer. Papa und Elias laufen voraus, aber nach einer halben Stunde haben wir sie wieder eingeholt. Sie sitzen in einem Fenster der Burgruine und winken uns zu. Mama, Gabi und ich gehen durch eine Tür ins Innere der Ruine. Es ist moderig und kalt. Backstein um Backstein reiht sich an der Wand. Wir klettern eine eiserne Leiter hoch. Oben angekommen, setzten wir uns auch ins Fenster. Papa erzählt uns, dass die Ruine früher dem Militär gehört hat.

 

Nach einer kurzen Stärkung geht es bergab. Hier wird der Weg bald nur noch durch gelbe Pfeile markiert. Und man hat nur noch den stillen Wald um sich. Es ist wunderschön und wirkt irgendwie verzaubert... Unten am Berg machen wir kurz halt um lustige Bohnen (vom Baum) zu sammeln. Ein Stück weiter beginnt es zu regnen. Wir stellen uns unter die Bäume, doch es prasselt immer mehr auf die Blätter über uns. Später finden wir heraus, dass nur die Blätter über uns getropft haben - es hat eigentlich gar nicht mehr geregnet!

 

Kurz vor der Stadt biegt ein kleiner Weg ab und Papa will nachsehen, was dahinter liegt. Wir kommen mit - zum Glück - und entdecken ein grosses Mauer-Dings. Es gibt vorne eine Treppe und oben eine grosse Kiesfläche mit einer kleinen Steinhöhle. Und mitten drin sind-Ziegen! Elias und Gabriel rannten sofort zu zwei Ziegenböcken, die miteinander kämpften. Mama und Papa setzten sich auf zwei grosse Steine. Ich kniete mich zu zwei süssen Zicklein, die mich sofort neugierig beschnupperten. Eine davon beknabberte sogar meine Schnürsenkel und legte sich dann auf meine Füsse! Ich wollte gerade eines streicheln, da stoppte Mama mich und sagt: "Streichle sie nicht. Sonst nimmt ihre Mutter sie nicht mehr an!" Ich hätte sie eigentlich sehr gerne gestreichelt, aber ich liess es dann bleiben (dabei waren sie doch sooooooooo süss!). Wir liefen den restlichen Weg zur Stadt zurück. Dort assen wir noch ein Eis, dann fuhren wir mit dem Dinghy nach Hause. Dort verbrachten wir den Abend und schliefen dann alle glücklich ein.